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Ministerin Manuela Schwesig fordert mehr Anerkennung für das Ehrenamt

Im Gespräch mit der "Berliner Woche" hat sich Ministerin Manuela Schwesig zu ihren Plänen auf dem Gebiet des bürgerschaftlichen Engagements geäußert. Lesen Sie das Interview hier.

Zweiter Engagementbericht: Vorsitzender Klie ernannt

Prof. Dr. Thomas Klie leitet die Sachverständigenkommission des Bundes zu bürgerschaftlichem Engagement, die den Zweiten Engagementbericht der Bundesregierung erarbeiten soll. Thomas Klie ist Rechtsprofessor und Gerontologe an der Evangelischen Hochschule Freiburg. Der Bericht soll mit neun Sachverständigen bis Ende Juli 2015 erstellt werden, mit einem besonderen Schwerpunkt auf dem Beitrag des Engagements zur lokalen Entwicklung. Ein Schwerpunkt der Arbeit der Kommission liegt auf der Stärkung der Kommunen und des Engagements auf kommunaler Ebene. Klie: "Hier gibt es vielfältige Berührungspunkte sowohl mit dem Jugendbericht, als auch mit dem 7. Altenbericht". Die Arbeit der Kommission soll nach Vorstellung von Professor Klie nicht im Verborgenen vonstatten gehen, "sie muss sichtbar werden", so Klie. Kommissionsarbeit wird in vielfältigen Formen realisiert werden: in Kommunen unter Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern, durch Anhörungen und durch Veranstaltungen auf kommunaler Ebene, durch Arbeit in Ausschüssen und im Parlament auf Bundesebene, sowie an ausgewählten Orten, die für eine Analyse und die Erarbeitung von Empfehlungen besonders geeignet sind.
Das zze - Zentrum für zivilgesellschaftliches Engagement an der EH Freiburg, dessen Leiter Klie ist, übernimmt die Geschäftsstelle für den zweiten Engagementbericht. Im Januar 2016 soll der Bericht der Bundesregierung übergeben werden.

 

Bundeskabinett beschließt Ersten Engagementbericht "Für eine Kultur der Mitverantwortung"

Das Bundeskabinett hat am 22. August 2012 den Ersten Engagementbericht "Für eine Kultur der Mitverantwortung" beschlossen und dem Deutschen Bundestag vorgelegt.
Der Engagementbericht widmet sich schwerpunktmäßig dem bürgerschaftlichen Engagement von Unternehmen. Er bietet eine ökonomische Analyse, stellt die Situation und Entwicklung des Engagements in Deutschland dar und gibt neue Impulse und wichtige Handlungsempfehlungen für die unterschiedlichen Akteure.
"Der Engagementbericht betont die Bedeutung und den Wert des bürgerschaftlichen Engagements für eine moderne Gesellschaft und ihre Wandlungsprozesse", sagt die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Kristina Schröder, anlässlich der Kabinettsbefassung des Berichts. "Bürgerschaftliches Engagement ist kein 'weiches' Thema sondern gehört zum harten Kern einer zeitgemäßen Gesellschaftspolitik. Eine Kultur der Mitverantwortung kann nur in einem ausgewogenen Miteinander von Staat, Wirtschaft und Zivilgesellschaft gelingen.
Deshalb müssen wir einen breit angelegten Diskurs über Bedeutung, Bedingungen und Herausforderungen der Zivilgesellschaft führen", erklärt Kristina Schröder.

Die wichtigsten Ergebnisse des Berichtes sind: Fast zwei Drittel aller deutschen Unternehmen (64 Prozent) engagieren sich bürgerschaftlich. Das Volumen des Unternehmensengagements entspricht einem finanziellen Gegenwert von jährlich mindestens elf Milliarden Euro. Bevorzugt werden Geldspenden (8,5 Milliarden Euro), doch auch mit Produkt- und Sachspenden (1,5 Milliarden Euro) oder mit unentgeltlicher Überlassung der Infrastruktur (900 Millionen Euro) unterstützen die Unternehmen Vereine, Verbände, soziale Einrichtungen oder Stiftungen. Die Unternehmen konzentrieren sich dabei auf ihr direktes lokales und regionales Umfeld und fördern besonders den Bereich Erziehung, Kindergärten und Schulen (75 Prozent) sowie Freizeitaktivitäten und Sport (68 Prozent).

Bürgerschaftliches Engagement hat in Deutschland insgesamt eine hohe Stabilität (Quote 36 Prozent). Die beliebtesten Engagementfelder bei den über 14-Jährigen sind Sport und Bewegung, Schule, Kindergarten und Kirche oder Religion. Sozial- und Bildungsstatus spielen beim Engagement eine entscheidende Rolle: Insbesondere beruflich und familiär stark eingebundene Bürgerinnen und Bürger engagieren sich für die Gesellschaft.

"Wir sehen uns durch den Ersten Engagementbericht bestätigt: Neben Staat und Zivilgesellschaft spielen die Unternehmen bei der Bewältigung gesellschaftlicher Herausforderungen eine herausragende Rolle. Deshalb werden wir die Empfehlung der Kommission aufgreifen, die Unternehmen durch Anlaufstellen im Rahmen unserer strategischen Partnerschaften mit der Wirtschaft zu unterstützen", erklärt Bundesministerin Kristina Schröder.

Die Bundesregierung legt in ihrer Stellungnahme die zentralen Schwerpunkte der Engagementpolitk im Rahmen der Nationalen Engagementstrategie dar:

  • Strategische Partnerschaften und Kooperation mit der Wirtschaft: Zusammenarbeit mit der Unternehmensgruppe "WIE - Wirtschaft. Initiative. Engagement.", einer Gruppe von neunzehn Wirtschaftsunternehmen, die sich für bürgerschaftliches Engagement einsetzen.
  • Förderung des bürgerschaftlichen Engagements von Unternehmen mittels eines Güte-Siegels: Gemeinsam mit Arbeitgeberverbänden, Ländern, Gewerkschaften, kommunalen Spitzenverbänden, Wohlfahrtsverbänden, Kirchen und dem Deutschen Olympischen Sportbund soll so die Vereinbarkeit von Beruf und Engagement verbessert werde.
  • Stärkung von sozialunternehmerischem Engagement und von sozialen Innovationen: Sozialunternehmen leisten einen wichtigen Beitrag zur Bewältigung gesellschaftlicher Herausforderungen. Zu diesem Zweck startete die Bundesregierung am 1. Januar 2012 ein KfW-Programm zur Finanzierung von Sozialunternehmen.
  • Bürgerschaftliches Engagement als Teil des Bildungskonzepts: Das Bundesfamilienministerium fördert "Service-Learning - Lernen durch Engagement" an Schulen und Hochschulen, um diese Institutionen stärker für freiwilliges Engagement zu öffnen.
  • Einbindung von Menschen mit Migrationshintergrund: Mit der "Aktion zusammen wachsen" bietet das Bundesfamilienministerium in Kooperation mit der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration eine bundesweite Vernetzungsstruktur für Projekte an, die mit ehrenamtlichen  Bildungs- und Ausbildungspaten insbesondere Kinder und Jugendliche aus Zuwandererfamilien unterstützen.
  • Anerkennung des Engagements: Um zu zeigen, dass viele Menschen sich auf unterschiedlichste Weise für unsere Gesellschaft einsetzen, wurde der Deutsche Engagementpreis ins Leben gerufen.

Der Erste Engagementbericht der Bundesregierung wurde auf Beschluss des Deutschen Bundestages vom 19. März 2009 von einer eigens dafür berufenen Kommission aus neun Sachverständigen der Bereiche Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft erstellt. Weitere Engagementberichte sollen in jeder Legislaturperiode mit einem jeweils neuen Schwerpunktthema folgen.

Weitere Informationen finden Sie unter www.bmfsfj.de.

Hier finden Sie den Ersten Engagementbericht. (Das Herunterladen dauert ca. 2 Minuten)

 

Memorandum über die Kooperation von Stiftungen und BMFSFJ veröffentlicht

Am 20. Juni 2012 wurde das Memorandum über die Kooperation von Stiftungen und Bundesfamilienministerium bei der Förderung von bürgerschaftlichem Engagement in Deutschland auf dem Deutschen StiftungsTag veröffentlicht. Dieses hatten Mitglieder des Forums Engagementförderung gemeinsam mit dem Bundesfamilienministerium erarbeitet. Das Memorandum wurde in Erfurt unterzeichnet vom Parlamentarischen Staatssekretär, Dr. Hermann Kues, Dr. Lothar Dittmer, Mitglied im Vorstand der Körber-Stiftung, und dem Geschäftsführenden Vorstand der Herbert Quandt-Stiftung, Dr. Christof Eichert.

Der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Dr. Hermann Kues: "Schon heute sind Stiftungen auch als Förderer des bürgerschaftlichen Engagements von Dritten starke Säulen der Zivilgesellschaft", sagt der Parlamentarische Staatssekretär Dr. Hermann Kues bei der Unterzeichnung beim Deutschen StiftungsTag 2012 in Erfurt. "Sie fördern Engagement in vielen Bereichen wie etwa Soziales, Kultur, Umwelt oder Bildung." 

Deswegen ist der Zusammenarbeit von Staat und Stiftungen für mehr Engagement und Innovation ein eigenes Kapitel in der Nationalen Engagementstrategie gewidmet. Bereits heute fördern etwa 60 Prozent der deutschen gemeinnützigen Stiftungen bürgerschaftliches Engagement. Sie sind damit auch in diesem Bereich richtungweisende Impulsgeber für die Innovation und Entwicklung in unserer Gesellschaft.

Die in diesem Kontext angestrebte strategische Partnerschaft mit Stiftungen, die in besonderer Weise Engagement fördern, wird mit dem Memorandum auf eine neue Grundlage gestellt. Es legt die Regeln der Zusammenarbeit fest und benennt die gemeinsamen Themen. Die nachträgliche Zeichnung des Memorandums durch eine Vielzahl weiterer Stiftungen wird sowohl von Seiten des Forums Engagementförderung, als auch des Bundesfamilienministeriums ausdrücklich gewünscht. 

Das Memoranden und Informationen zum Forum Engagementförderung finden Sie unter www.stiftungen.org/engagementfoerderung

Gebührenfreies Führungszeugnis für alle freiwillig / ehrenamtlich Tätigen

Wer sich ehrenamtlich engagiert und ein polizeiliches Führungszeugnis benötigt, erhält dies künftig gebührenfrei. Das Bundesamt für Justiz wird generell von einer Gebühr absehen, auch dort, wo ehrenamtlich Engagierte eine Aufwandsentschädigung erhalten. Der Präsident des Bundesamts erklärte am 08.06.2012: „Zahlreiche ehrenamtlich Tätige, vor allem aber auch Sportvereine, karitative Einrichtungen, Träger von sozialen Projekten, in denen Ehrenamtler mitwirken, haben es kritisiert, dass der Erhalt einer Aufwandsentschädigung die Gebührenbefreiung ausschloss. Oftmals sind solche Aufwandsentschädigungen ohnehin gering. Daher werden Führungszeugnisse, die für ehrenamtliche Tätigkeit benötigt werden, generell von der Gebührenerhebung ausgenommen. Auf diese Weise kann das Bundesamt für Justiz einen Beitrag zur Förderung des ehrenamtlichen Engagements leisten.“ Weitere Informationen unter http://www.bundesjustizamt.de. Seit dem 1. Mai 2010 benötigen ehrenamtlich Tätige insbesondere dann ein Führungszeugnis, wenn sie kinder- und jugendnah tätig sind oder tätig werden wollen. Sie haben ein „erweitertes“ Führungszeugnis vorzulegen, in dem etwaige Sexualdelikte länger aufgeführt werden als im „normalen“ Führungszeugnis.

Größtes Internetportal für bürgerschaftliches Engagement und Ehrenamt in Deutschland ist online

[Pressemitteilung des BMFSFJ vom 12.01.2012]

Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend fasst zum Jahresanfang 2012 seine Online-Angebote zum Thema Engagement zusammen. Das Internetportal
www.initiative-zivilengagement.de wurde am 31. Dezember 2011 eingestellt. Alle wesentlichen Inhalte finden sich nun auf der Website www.engagiert-in-deutschland.de.

Mit dem Internetportal www.initiative-zivilengagement.de informierte das Bundesfamilien- ministerium von 2008 bis 2011 über Ziele, Projekte und Maßnahmen seiner Engagementpolitik. Damit immer mehr engagierte Bürgerinnen und Bürger, Unternehmen und Organisationen aktiv Verantwortung in der Gesellschaft übernehmen können, legt das Ministerium nun verstärkt einen Schwerpunkt auf die Vernetzung und Aktivierung von Engagierten und denen, die es werden wollen.
Dreh- und Angelpunkt im Internet ist dabei die Internetplattform www.engagiert-in-deutschland.de, das größte Kommunikations- und Vernetzungsportal für bürgerschaftliches Engagement und Ehrenamt in Deutschland. Zentrales Element auf www.engagiert-in-deutschland.de sind die Themenräume, die Interaktion und Kommunikation ermöglichen. Diskutieren, kommentieren, Erfahrungen austauschen, sein eigenes Projekt präsentieren und online verwalten: Das alles ist möglich – und erwünscht. Denn www.engagiert-in-deutschland.de lebt von den Beiträgen seiner Nutzerinnen und Nutzer. Neben umfangreichen Informationen rund um die Themen Ehrenamt und Engagement bietet die Plattform der Engagement-Community die Möglichkeit, sich in den Themenräumen frei zu organisieren. Die Internetplattform wird vom Bundesfamilienministerium gefördert, Träger ist der Deutsche Verein für öffentliche und private Fürsorge e.V.

Die wesentlichen Inhalte und Elemente von www.inititiative-zivilenagement.de – wie etwa die Onlinebibliothek Freiwilligensurvey – stehen den Nutzerinnen und Nutzern weiterhin auf www.engagiert-in-deutschland.de zur Verfügung. Auch die auf dem eingestellten Portal veröffentlichten Portraits engagierter Menschen und bemerkenswerter Projekte bleiben auf www.engagiert-in-deutschland.de ebenso erreichbar wie Interviews und Tipps, etwa zur Vereins- oder Stiftungsgründung.
Wir danken allen Nutzerinnen und Nutzern von www.initiative-zivilengagement.de für ihr Interesse und die Unterstützung und empfehlen einen virtuellen Rundgang auf www.engagiert-in-deutschland.de.

Hier gelangen Sie zum Internetportal www.engagiert-in-deutschland.de

Josef Hecken: "7.000 Freiwillige in 1.200 Einsatzstellen sind ein großer Erfolg des 'Freiwilligendienstes aller Generationen'"

[Pressemitteilung des BMFSFJ Nr. 119/2011, 07.12.2011]

Festveranstaltung in Erfurt würdigt Ergebnisse zum Ende der dreijährigen Laufzeit des Bundesprogramms
"Engagement schlägt Brücken" - so lautet der Name des Programms des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend zu den Freiwilligendiensten aller Generationen, dessen erfolgreicher Abschluss am 9. Dezember 2011 in Erfurt gefeiert wird. Von Anfang 2009 bis Ende 2011 wird die bundesweite Etablierung des verbindlich organisierten unentgeltlichen Freiwilligendienstes mit Bundesmitteln von insgesamt rund 16 Millionen Euro unterstützt. Freiwilligendienste aller Generationen sind für jedes Alter offen und ein attraktives Angebot für alle, die sich mindestens 8 Stunden wöchentlich für mindestens 6 Monate verbindlich engagieren möchten. 

"Vorausschauende Demografiepolitik heißt für mich, die politischen Rahmenbedingungen so zu setzen, dass alle Engagementpotentiale, die in unserer Gesellschaft noch schlummern, aktiviert werden", sagt Josef Hecken, Staatssekretär im Bundesfamilienministerium, anlässlich der Feierstunde in Erfurt. "Mit dem Programm haben wir alle Zielgruppen erreicht: 7.000 Freiwillige mit unterschiedlichem kulturellem oder sozialem Hintergrund - Jung und Alt haben sich beteiligt. Sie haben sich für andere Menschen engagiert, oft genau da, wo Not am Mann oder an der Frau war und damit das Miteinander in unserer Gesellschaft gestärkt", würdigt Staatssekretär Josef Hecken die Leistungen der Akteure.

Neben kontinuierlicher fachlicher Begleitung haben die Freiwilligen Anspruch auf kostenlose Qualifizierung im Umfang von mindestens durchschnittlich 60 Stunden je Jahr. Sie sind über den Träger haftpflichtversichert sowie in der gesetzlichen Unfallversicherung abgesichert. Eltern jüngerer Freiwilliger haben Anspruch auf Kindergeld.

Die Ergebnisse und Erfolge des Programms:
- 46 Leuchtturmprojekte bundesweit haben vorbildhaft innovative Engagementangebote im Format der Freiwilligendienste aller Generationen aufgebaut.
- Mobile Teams in allen 16 Bundesländern haben durch professionelle Beratung vor Ort Kommunen und freie Träger bei der Einrichtung von Freiwilligendiensten aller Generationen und beim Auf- und Ausbau neuer Netzwerke unterstützt.
- Qualifizierungsträger in allen Ländern haben ein umfangreiches und vielfältiges Qualifizierungsangebot für Freiwillige und Fachkräfte im Rahmen des Programms sichergestellt.
- Im Format der Freiwilligendienste aller Generationen sind im Programm 7.000 Freiwillige in rund 1.200 Einsatzstellen engagiert.
-  Mit 252 Trägern konnten bundesweit alle zentralen Partner der Wohlfahrtspflege gewonnen werden.
- 44 Prozent der im Freiwilligendienst aller Generationen tätigen Menschen engagieren sich erstmalig bürgerschaftlich.
- Auffallend große Resonanz finden die Freiwilligendienste aller Generationen bei Menschen zwischen 45 und 69 Jahren. 64 Prozent der Freiwilligen sind älter als 50 Jahre. 

Die Fotos von der Festveranstaltung können hier abgerufen werden.
Um zur Dokumentation der Veranstaltung zu gelangen, klicken Sie bitte hier.

Bundesfamilienministerin Schröder: "Soziale Innovationen sind der Tropfen Öl im Getriebe"

[Pressemitteilung des BMFSFJ Nr. 86/2011, 25.10.2011]

Bundesfamilienministerium und KfW stellen neues Instrument zur Wachstumsfinanzierung von Sozialunternehmen vor
Dr. Kristina Schröder, Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, und Dr. Axel Nawrath, Vorstandsmitglied der KfW Bankengruppe, stellen heute (Dienstag) in Berlin ein neues Förderinstrument für Sozialunternehmen vor.

Sozialunternehmen tragen mit innovativen Ideen zur Lösung gesellschaftlicher Probleme bei. Durch die neue Förderung erhalten sie das nötige Kapital, um wirksame Ansätze in die Breite zu tragen.
"Den Berufszweig der Krankenpflege oder Frau Montessoris Kindergärten gäbe es heute nicht, wenn sich nicht Unterstützer gefunden hätten, die sich weder von Zweiflern noch Kritikern aufhalten ließen. Sozialunternehmer brauchen unsere Unterstützung, denn sie leisten einen entscheidenden Beitrag zum Ideenreichtum und damit zur Wettbewerbsfähigkeit unseres Landes. Soziale Innovationen sind der entscheidende Tropfen Öl im Getriebe unseres Fortschritts. Mit unserem neuen Förderinstrument stellen wir das Kapital zur Verfügung, das Sozialunternehmen brauchen, damit ihre Ideen wachsen und viele Menschen erreichen", so Ministerin Dr. Kristina Schröder.
KfW-Vorstandsmitglied Dr. Axel Nawrath: "Bildung und Integration, Umweltschutz und Armutsbekämpfung, Umgang mit dem demographischen Wandel - das sind nur einige Schlagworte für die sozialen Herausforderungen, vor denen unsere Gesellschaft gegenwärtig und künftig steht. Der Staat kann diese nicht allein bewältigen, wir brauchen auch unternehmerische Lösungen.Schon heute gibt es hier viel versprechende Ansätze und Konzepte. Diese wird die KfW mit ihrem Finanzierungsangebot gezielt fördern."

Bisher fehlt es noch an frei verwendbaren Finanzierungen für Sozialunternehmen, die eine marktorientierte Unternehmensentwicklung ermöglichen. Insbesondere besteht eine Lücke bei Wachstumsfinanzierungen für die Zeit nach der Gründung.
Das neue Finanzierungsinstrument, das die KfW im Auftrag des Bundesfamilienministeriums entwickelt hat, schließt diese Lücke.

Das KfW Programm zur Finanzierung von Sozialunternehmen startet am 1. Januar 2012. Es richtet sich an Unternehmen, die mit einem innovativen Geschäftsmodell ein gesellschaftliches Problem lösen wollen und dabei explizit auch das Gemeinwohl im Blick haben, die die ersten Schritte als Unternehmen bereits erfolgreich bewältigt haben und nun expandieren möchten.

Die KfW stellt hierfür das erforderliche Eigenkapital zur Verfügung. Sie arbeitet dazu mit weiteren Finanzierungspartnern wie Fonds, Business Angels oder Stiftungen zusammen. Deren Engagement kann die KfW künftig in gleicher Höhe und zu gleichen Konditionen im Einzelfall bis zu einem Betrag von 200.000 EUR ergänzen.
Das Programm erweitert somit den Finanzierungsspielraum von Sozialunternehmen in doppelter Hinsicht: erstens wird den Unternehmen direkt mehr Eigenkapital für die Finanzierung von Investitionen zur Verfügung gestellt. Zweitens ist eine solide Eigenkapitalausstattung auch bei Sozialunternehmen Grundvoraussetzung dafür, dass beispielsweise Geschäftsbanken mit eigenen Krediten die Wachstumsfinanzierung begleiten.

Die größte Förderorganisation für Sozialunternehmer, Ashoka, bewertet die Initiative positiv: "Dieses Instrument ist auch international ein Vorbild. Damit werden soziale Investoren motiviert, Sozialunternehmen so zu finanzieren, wie es für ihr eigenständiges Wachstum am sinnvollsten ist", so der Hauptgeschäftsführer von Ashoka, Felix Oldenburg.

Die Förderung von Sozialunternehmen und sozialen Innovationen ist ein Schwerpunkt der Nationalen Engagementstrategie der Bundesregierung.

Bundesfamilienministerin Kristina Schröder für nachhaltige Sicherung der Mehrgenerationenhäuser

[Pressemitteilung des BMFSFJ Nr. 6/2011, 26.01.2011]

Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend arbeitet gemeinsam mit Ländern und Kommunen an der Weiterentwicklung der Mehrgenerationenhäuser. Diese sollen Knotenpunkte des bürgerschaftlichen Engagements werden.
Insgesamt 450 Mehrgenerationenhäuser können am neuen Programm teilnehmen, dessen Bewerbungsphase im Sommer 2011 starten wird. Dafür sollen rund 50 Millionen Euro für die Jahre 2012 bis 2014 zur Verfügung gestellt werden.

"Ich möchte eine nachhaltige Sicherung der Mehrgenerationenhäuser. Dafür ist die Unterstützung der Länder und Kommunen unerlässlich", betonte Bundesfamilienministerin Kristina Schröder. "Wir haben deshalb gestern gemeinsam mit Ländern und Kommunen über Wege diskutiert, wie Mehrgenerationenhäuser - auch über das Folgeprogramm hinaus - dauerhaft in lokale Infrastrukturen eingegliedert werden können. Ich bin sehr zuversichtlich, dass uns das gemeinsam gelingt", sagte Kristina Schröder.

Jedes Haus erhält - wie im bisherigen Aktionsprogramm - einen jährlichen Zuschuss von 40.000 Euro. Davon übernimmt der Bund 30.000 Euro, Land und Kommunen 10.000 Euro. Die Details des Folgeprogramms werden gemeinsam mit den Ländern und Kommunen besprochen, um die Nachhaltigkeit der Mehrgenerationenhäuser zu sichern.

Generationenübergreifender Ansatz mit vier Schwerpunkten
Auch im neuen Förderprogramm wird der generationenübergreifende Ansatz weiterhin im Mittelpunkt stehen. "Die Idee der Mehrgenerationenhäuser war erfolgreich. Deswegen möchte ich auf die Erfahrung und Kompetenz aller dort Engagierten auch nicht verzichten", erklärte die Familienministerin. "Jetzt ist es an der Zeit, die Mehrgenerationenhäuser thematisch so aufzustellen, dass wir das Profil der Häuser schärfen und sie so zukunftsfest machen können."
Inhaltlich setzt das Bundesfamilienministerium auf folgende neue Schwerpunkte:
- "Alter und Pflege": Etablierung von Beratungsangeboten für ältere Menschen, Pflegebedürftige und Demenzkranke sowie ihre Angehörigen
- "Integration und Bildung": Etablierung integrationsfördernder und bildungsunterstützender Angebote in möglichst vielen Häusern
- "Haushaltsnahe Dienstleistungen": Nachhaltige Festigung der Mehrgenerationenhäuser als die Dienstleistungsdrehscheiben in der jeweiligen Standortkommunen
- "Freiwilliges Engagement": Stärkere Vernetzung mit Einrichtungen und Initiativen - wie Freiwilligenagenturen, Seniorenbüros, Jugendmigrationsdiensten

Die bundesweit rund 500 Einrichtungen im laufenden Aktionsprogramm geben Raum für gemeinsame Aktivitäten, bieten Angebote zur Kinderbetreuung und zur Betreuung älterer Menschen und schaffen so ein neues nachbarschaftliches Miteinander. Mehr als 16.000 Freiwillige unterstützen die Arbeit in den Häusern.

Internetseite der Mehrgenerationenhäuser