Betrieblicher Lotse hilft im Pflegefall

21.04.2016 08:21

Ausbildung zum Betrieblichen Pflegelotsen in Thüringen erstmals möglich/ LEG und Thüringer Ehrenamtsstiftung schließen Kooperationsvertrag

Loring Sittler, Leiter Gernerali Zukunftsfond Köln

Angela Papenburg, Günter Papenburg AG Halle/Saale

Podium v.l.n.r.: Anke Kalb (LEG), Maik Noak (Direktor Dr. Sulzberger Gymnasium Bad Salzungen), Ernst Haberland (Mittelstandsakademie Suhl), Sven Lindig (LINDIG Fördertechnik GmbH Krauthausen), Marion Seeber (Vizepräsidentin Landessportbund Thüringen), Loring Sittler (Leiter Generali Zukunftsfond) und Moderatorin Dr. Ute Zacharias (Verband der Wirtschaft Thüringen)

Anke Kalb (LEG), Brigitte Manke (Thüringer Ehrenamtsstiftung), Dr. Sigrun Fuchs (LEG)

Am 20. April fand im Haus Dacheröden in Erfurt das Vernetzungstreffen Impulsveranstaltung "ThUiD - Thüringer Unternehmen im Dialog" statt.

Loring Sittler, Leiter des Generali Zukunftsfond und Angela Papenburg, Gründungsmitglied des bundesweiten Vereins „Unternehmen für die Region e.V.“ nahmen als referierende Gäste teil. Themen wie die Folgen des Demografischen Wandels, der Mangel an Auszubildenden und Fachkräften, die Vereinbarkeit von Familie, Pflege und Beruf sind Sorgen, die nicht nur Thüringen, sondern das ganze Land umtreibt.

ThUiD möchte mit Partnern Problemlösungsstrategien für die Region und die Vernetzung von kleinen und mittelständigen Unternehmen entwickeln. Dazu berichteten die Partner aus den verschiedenen Regionen Thüringens von ihren Erwartungen, Motivationen und bisherigen Ergebnissen des eigenen Engagements im Projekt.

Im Rahmen dieser Impulsveranstaltung wurde bereits ein wichtiger Meilenstein gelegt, denn neu in Thüringen ist: Interessierte Beschäftigte können sich zum Betrieblichen Pflegelotsen ausbilden lassen. Das Angebot richtet sich an alle, die innerhalb ihres Unternehmens als Ansprechpartner für das Thema Vereinbarkeit von Beruf und Pflege zur Verfügung stehen und hilfesuchenden Kollegen Rat und Unterstützungsangebote aufzeigen wollen.

Guter Rat ist teuer, wenn ein naher Angehöriger von einem Moment auf den anderen zum Pflegefall wird. Damit Betroffene im Dickicht von Pflegeangeboten, Anträgen und rechtlichen Ansprüchen den Überblick behalten und das eigene Berufsleben mit der neuen Situation vereinbaren können, unterstützt sie der Betriebliche Pflegelotse in dieser Situation. Er informiert über innerbetriebliche Regelungen, über das externe Hilfenetz und verweist neutral an die zuständigen regionalen Pflege-Beratungsstellen. Im Rahmen einer zweitägigen Schulung können sich Interessierte in Thüringen zum Betrieblichen Pflegelotsen ausbilden lassen.

Um die Qualifikation zum Pflegelotsen in Thüringen zu ermöglichen, haben die Servicestelle Vereinbarkeit Beruf und Pflege (TSBF) der LEG Thüringen und die Thüringer Ehrenamtsstiftung am Mittwoch, 20. April 2016, einen Kooperationsvertrag unterzeichnet. Gemeinsam wollen sie mit dem Projekt Beschäftigten helfen und vor allem mittelständische Arbeitgeber weiter für das Thema Vereinbarkeit von Beruf und Pflege und damit auch für die Sicherung von qualifizierten Fachkräften sensibilisieren. Das neue Qualifizierungsangebot ist dabei ein weiterer Baustein in dem Engagement beider Seiten im Hinblick auf das Thema Vereinbarkeit von Beruf und Pflege. Bereits seit 2013 unterstützt die TSBF Thüringer Unternehmen mit dem Betrieblichen Pflegekoffer. Rund 300 Thüringer Unternehmen informieren ihre Beschäftigten inzwischen mit Hilfe des  Pflegekoffers zum Thema. Die Thüringer Ehrenamtsstiftung setzte sich in der Vergangenheit mit ihrem Modellprojekt „Netzwerk Pflegebegleiter in Thüringen“ für die Belange von pflegenden Angehörigen ein. Mit der neuerlichen Zusammenarbeit können bestehende Angebote sinnvoll vernetzt, neue Lösungen entwickelt und tragfähige Netzwerke geknüpft werden.