Thüringen hat abgestimmt: Thüringer des Jahres 2012 ist Steffen Gründel

12.12.2012 12:42

Ehrenamtliche würdigen heißt Ehrenamt unterstützen.

oberes Foto: Ministerin Heike Taubert, Steffen Gründel, Werner Dieste, Dr. Volker Düssel (v.l.n.r.)

im unteren Foto außerdem zu sehen: 2.v.l.: Ilse Neumeister, 3.v.l. Astrid Adler, 2.v.r. Christa Pidun

Steffen Gründel aus Altenburg wurde Erstplatzierter bei der Wahl Thüringer des Jahres 2012.
Mit den Titeln "Nina und der Fremde" und "Policat rät…" hat der Polizeibeamte Steffen Gründel in Eigeninitiative nachhaltige Präventionsprojekte gegen sexuellen Missbrauch von Kindern ins Leben gerufen und hat über mehrere Jahre ein großes Netz von Unterstützern dafür aufgebaut. Sein Engagement geht weit über die berufliche Tätigkeit hinaus: Unzählige Stunden und viel privates Geld hat er in das Projekt investiert, das Kinder selbstbewusst und stark machen soll.

Steffen Gründel erhielt 27,64 Prozent der Stimmen aus dem Internet- und Telefonvoting.
Platz zwei belegte Astrid Adler aus Tiefenort mit 21,03 Prozent, Platz drei Christa Pidun aus Saalfeld mit 17,46 Prozent.

Eine spannende Entscheidung: Zwar lag Steffen Gründel von Anfang an in der Internetabstimmung klar vorn, doch  für die Plätze zwei und drei gab es bis zuletzt drei Kandidaten im Kopf-an-Kopf-Rennen.

In Eigeninitiative und mit außergewöhnlichem Engagement hat Astrid Adler eine Dokumentation über Auswandererfamilien ihres Heimatortes erstellt. Rund ein Jahr hat sie dafür aufgewendet, eine gründlich recherchierte und sehr detaillierte Ausstellung zu diesem Aspekt der Heimatgeschichte zu konzipieren und zu gestalten. Auf ihre Einladung kamen zur 875-Jahrfeier des Ortes sogar Auswandererfamilien aus den USA.

Christa Pidun aus Saalfeld hat das Projekt „Herbstzeitlose“ ins Leben gerufen, das hilfsbedürftige Menschen in ihren Alltag begleitet und Zuwendung gibt. Die 73-Jährige leitet inzwischen ein Netzwerk von weit über 80 Seniorenbegleiterinnen. Christa Pidum hat für das Projekt ehrenamtliche Helfer angeworben und seit 2004 bereits 144 Seniorenbegleiter(innen) ausgebildet, deren Einsätze sie auch koordiniert.

Einen Ehrenpreis für ihr Lebenswerk erhielt Ilse Neumeister. Die 80-jährige Erfurterin ist vielfältig ehrenamtlich engagiert. Seit mehr als 20 Jahren leitet Ilse Neumeister die Erfurter "Klosterrunde", einen Gesprächs- und Freundeskreis engagierter und kulturinteressierter Frauen. Der Kreis bietet sowohl Lebenshilfe als auch vielfältige gemeinsame Freizeitaktivitäten. Die 80-Jährige ist darüber hinaus auf verschiedene Weise ehrenamtlich engagiert. So hat sie schon 1978 die Erfurter Friedensgebete mit ins Leben gerufen.


Die Preise

Der "Thüringer des Jahres" darf sich über einen Gutschein für zwei Personen für zwei "Kuscheltage" im Hotel an der Therme Bad Sulza freuen. Für die Zweitplatzierte gibt es einen Übernachtungsgutschein für zwei Personen im Ringberg-Hotel in Suhl inkl. Frühstücksbuffet und Candlelight-Dinner. Die Drittplatzierte erhält einen Gutschein für zwei Personen für eine Übernachtung im Radisson Blu-Hotel in Erfurt. Doch vor allem profitiert die gute Sache: Der Sieger erhält für seine Initiative eine Geldzuwendung der Thüringer Ehrenamtsstiftung in Höhe von 2.000 Euro, die Zweitplatzierte 1.000 und die Drittplatzierte 500 Euro.

Mehr Informationen, Fotos und einen Teil der Auszeichnungsveranstaltung können Sie sich *hier* anschauen.

Bis zum 15. Dezember wählten die Hörer, Zuschauer und Internetnutzer von MDR THÜRINGEN den „Thüringer des Jahres“.
Zur Wahl standen die 12 „Thüringer des Monats", die vom MDR Thüringen und der Thüringer Ehrenamtsstiftung mit diesem Titel ausgezeichnet wurden, weil sie in ehrenamtlicher Arbeit Außergewöhnliches geleistet oder sich in besonderer Weise eingesetzt haben.

MDR Landesfunkhausdirektor Werner Dieste sprach in seiner Festrede diesen Menschen seine besondere Wertschätzung aus: „Seit 1994 ehren wir zwölf Mal im Jahr Bürgerinnen und Bürger aus dem Freistaat für ihr ehrenamtliches Engagement. Menschen, die sonst im Stillen uneigennützig Gutes tun,  zeichnen wir aus, um deutlich zu machen, dass ohne dieses Sich-Verantwortlich-Fühlen für den Mitbürger unsere Gesellschaft ärmer und kälter wäre, ja wahrscheinlich sogar überhaupt nicht funktionieren würde.“

Die Aktion "Thüringer des Monats" wurde 1994 von MDR 1 Radio Thüringen ins Leben gerufen. Heute wird sie vom MDR THÜRINGEN und der Thüringer Ehrenamtsstiftung getragen.

Dr. Volker Düssel (Vorsitzender der Thüringer Ehrenamtsstiftung) gratulierte den Gewinnern im Rahmen der Auszeichnungsveranstaltung im Namen der Stiftung.


Zur Wahl Thüringer des Jahres standen die zwölf Thüringer/innen des Monats 2012:


Januar: Christa Pidun aus Saalfeld (3. Platz s. oben)

Februar:  Steffen Gründel aus Altenburg (1. Platz s. oben)


März: Gudrun Wegner aus Nordhausen

Vor 22 Jahren hat Gudrun Wegner in Bleicherode die Selbsthilfegruppe Südharz „Eltern behinderter Kinder“ in Leben gerufen, die sie seitdem leitet. „Zusammen sind wir stark“ ist das Motto der Gruppe und noch heute „Hilfe zur Selbsthilfe“ die Hauptdevise. Die Kinder mit ganz unterschiedlichen Formen von Behinderungen müssen ganz individuell betreut und in ihr Umfeld integriert werden. Für Gudrun Wegner ist die Leitung der Gruppe – neben der Betreuung ihres behinderten Sohnes – ein Vollzeit-Job.

 

April: Dr. Sigurd Scholze aus Tabarz

Der 72-jährige Allgemeinmediziner und Badearzt Dr. Sigurd Scholze engagiert sich ehrenamtlich seit vielen Jahren für die Förderung des Gesundheitskonzepts von Sebastian Kneipp. Er leitet schon 18 Jahre lang den Kneipp-Verein seines Heimatortes und hat maßgeblichen Anteil daran, dass Tabarz als einziger Ort Thüringens das Prädikat als staatlich anerkannter Kneipp-Kurort erhalten hat. Seit nunmehr zehn Jahren leitet Dr. Sigurd Scholze auch den Landesverband Thüringen des Kneipp-Bundes und engagiert sich ehrenamtlich im Vorstand des Verbandes Deutscher Kneippheilbäder und Kneippkurorte.

 

Mai: Joachim Pluntke aus Bad Berka

Die beliebte Wanderregion um Bad Berka wird Dank des Engagements von Joachim Pluntke noch attraktiver. Als ehrenamtlicher Wanderwegewart kümmert er sich seit zwei Jahren um das Ausschildern, den Erhalt und die Sauberkeit der insgesamt 250 km Wanderwege rund um Bad Berka. Viele Stunden ist der Software-Entwickler dafür in der Woche und am Wochenende unterwegs. Einige hundert Wanderkilometer kommen so im Jahr zusammen. Besonders viel ist im Frühjahr vor Beginn der Wandersaison zu tun.

 

Juni: Wofgang Friedrich aus Bad Tennstedt

Wolfgang Friedrich ist vielseitig ehrenamtlich engagiert. Er hat an der Grundschule ein Schulorchester gegründet und gibt dort fast täglich kostenlos Musikunterricht an verschiedenen Instrumenten. Außerdem leitet er den Posaunenchor der evangelischen Kirchgemeinde und arbeitet im Vorstand des  Kultur- und Heimatvereins.

 

Juli: Siegfried Neumann aus Arnstadt

Der heute 72-Jährige Siegfried Neumann hat 1996 den Freundeskreis zur Erhaltung der Traukirche Johann Sebastian Bachs mit gegründet und leitet seitdem mit viel Engagement den gemeinnützigen Verein. Das Innere der Kirche St. Bartholomäus, in der Bach im Herbst 1707 seine Frau Maria Barbara heiratete, längst wieder ein Kleinod. Hochzeitspaare aus aller Welt - Frankreich, der Schweiz, Japan, den USA und Australien - lassen sich hier trauen. Auch das Pfarrhaus hat der Freundeskreis saniert und noch ein kleines Bach-Café daneben eingerichtet.

 

August: Marlies Grimmer aus Jena

Seit 20 Jahren engagiert sich Marlies Grimmer in der Regionalgruppe Jena der Deutschen Parkinson Vereinigung e.V. Von Anfang an hat sie im Vorstand der Selbsthilfegruppe mitgearbeitet, die sie seit 2003 leitet. Nicht wegsehen, sondern genau hinschauen – das ist das Motto für Marlies Grimmer, die verhindern will, dass erkrankte Menschen in eine innere Isolierung geraten oder mit Zukunftsängsten leben. Mit der Hilfe der Gruppe will sie vor allem das Selbstvertrauen der Betroffenen wieder stärken. Die inzwischen mehr als 80 Mitglieder schätzen die freundliche Atmosphäre und den hilfsbereiten Umgang in der Gruppe sehr.

September: Astrid Adler aus Tiefenort (2. Platz s. oben)


Oktober
: Ralf Lindemann aus Heiligenstadt

Schon seit 27 Jahren engagiert sich der 49-jährige gelernte Wirtschaftskaufmann für blinde und sehbehinderte Menschen in Thüringen, obwohl er selbst kaum etwas sehen kann. Im Alter von 22 Jahren – damals noch zu DDR-Zeiten - wurde Ralf Lindemann Kreisvorsitzender des Blindenverbandes im Eichsfeld und er leitet die Kreisorganisation noch heute. Viele Stunden täglich und auch an den Wochenenden nimmt die ehrenamtliche Arbeit für die Betreuung und Integration blinder und sehbehinderter Menschen im Eichsfeld in Anspruch.

 

November: Waldemar Benndorf aus Heringen

Besonders für die sportliche Betätigung von Kindern und Jugendlichen hat Waldemar Benndorf in Heringen bei Nordhausen den JudoSportClub 99 gegründet. Der 61-Jährige ist dessen Vorsitzender und auch Trainer in Personalunion. Waldemar Benndorf lebt für den Verein, der Kindern eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung bietet und zudem zahlreiche sportliche Erfolge vorweisen kann.

 

Dezember: Ilse Neumeister aus Erfurt

Seit mehr als 20 Jahren leitet Ilse Neumeister die Erfurter "Klosterrunde", einen Gesprächs- und Freundeskreis engagierter und kulturinteressierter Frauen. Der Kreis bietet sowohl Lebenshilfe als auch vielfältige gemeinsame Freizeitaktivitäten. Die 80-jährige Ilse Neumeister ist darüber hinaus auf verschiedene Weise ehrenamtlich engagiert. So hat sie schon 1978 die Erfurter Friedensgebete mit ins Leben gerufen.