Thüringerin des Monats Juni

05.07.2017 14:41

Barbara Koch aus Altdörnfeld ist unsere Thüringerin des Monats Juni

Foto: mdr

Die 54-Jährige ist eine engagierte Denkmalschützerin und Ortschronistin. Sie hat gemeinsam mit ein paar ehrenamtlichen Mitstreitern und unterstützt von ihrer Familie ein besonders wertvolles historisches Fachwerkhaus vor dem Verfall bewahrt und zu einem kleinen Heimatmuseum ausgebaut. Das „Stammhaus Luge“ in der Mitte des kleinen Blankenhainer Ortsteils im Weimarer Land ist bereits 366 Jahre alt. In dem großen zentralen Raum im ersten Geschoss ist eine alte Holzbohlendecke noch gut erhalten und das Haus ist als weitere Besonderheit mit einer sogenannten Schwarzküche ausgestattet. Dort wurden die Speisen über einer offenen Feuerstelle zubereitet, weshalb Wände und Decke des Raumes stark verrußt waren.
„Ich wollte das Haus so erhalten, wie es früher war“, erzählt Barbara Koch, „und den Leuten, besonders den Kindern zeigen, wie die Menschen früher gelebt haben – auch in Räumen mit krummen Wänden.“ Die gelernte Augenoptikerin und Handelskauffrau hat sich dafür extra weitergebildet, unter anderem in der Akademie der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. Denn das Haus sollte natürlich mit den alten Baumaterialen denkmalgerecht saniert werden. Die Fachwerkwände sind nicht nur mit einem Geflecht aus Lehm und Stroh, sondern zum Teil auch mit Kuhmist ausgefacht. „Das ist ein guter Dämmstoff“, sagt Barbara Koch. Die Einrichtungsgegenstände von Möbeln über Küchenutensilien und Handwerkszeug bis zu alten Radiogeräten stammen zum Teil vom eigenen Dachboden der Kochs. Viele Exponate des kleinen Heimatmuseums haben auch die Dorfbewohner zur Verfügung gestellt. Der Wohnraum mit dem großen Tisch, an dem mehr als 10 Personen Platz haben, kann auch für kleine Veranstaltungen oder Feiern genutzt werden. Und jedes Jahr zum Tag des offenen Denkmals zieht das außergewöhnliche Haus viele Besucher an.
Genau so engagiert wie für das „Stammhaus Luge“ setzt sich Barbara Koch für den Erhalt der barocken Dorfkirche ein. Im Laufe der vergangenen Jahre sind der Innenraum mit seinen Wänden mit Sockelmalerei und belüftetem Fußboden, die Empore, der Altar und die Elektroanlage erneuert worden. Über den Fortgang der Arbeiten hat Barbara Koch regelmäßig im Internet berichtet. „Ich bin zwar nicht kirchlich gebunden“, sagt Barbara Koch, „aber die Kirche ist schon immer der Mittelpunkt des Ortes gewesen. Wenn sie leer dasteht ist das sehr traurig. Sie soll deshalb auch für Veranstaltungen genutzt werden.“
Der Bürgermeister der Stadt Blankenhain Klaus-Dieter Kellner würdigt das Engagement unserer Thüringerin des Monats. Die Kirche sei durch ihr Wirken ein Schmuckstück geworden. Regelmäßig sei zu sehen, dass sich wieder etwas bewegt hat. „Barbara Koch redet zwar sehr wenig über ihre Arbeit, dafür tut sie umso mehr.“