Auszeichnung: Thüringer des Monats März 2018

03.04.2018 10:15

Dorothee Rotter aus Bad Blankenburg ist Thüringerin des Monats

Am vergangenen Freitag wurde Dorothee Rotter aus Bad Blankenburg als "Thüringerin des Monats" (März) für Ihr ehrenamtliches Engagement ausgezeichnet.

Beitrag des MDR Thüringen

Die frühere Frauenärztin Dorothee Rotter ist vielen Bad Blankenburgern gut bekannt. Als die heute 78-Jährige ihre Praxis vor 13 Jahren an einen jungen Kollegen übergeben hatte, suchte sie für sich ein neues Wirkungsfeld. Und das war schnell gefunden: Viele Dinge, die mit der Geschichte der Kurstadt in Verbindung stehen, bedurften selbst einer Kur, oder besser gesagt  Restaurierung - wie zum Beispiel das Georgdenkmal und eine historische Wettersäule. Gemeinsam mit dem Ortshistoriker Rolf Ose putzte sie Klinken und sammelte Spenden von Privatleuten und Firmen, zum Beispiel auch für Gedenktafeln an die in den beiden Weltkriegen gefallenen Bad Blankenburger.

Sie selbst ist 1939 geboren und damit ein Kriegskind, kam 1945 in die Schule. "Mehr als die Hälfte unsere Klasse hatte keine Väter mehr. Das war eine extreme Zeit, die hat mich geprägt", erinnert sich Dorothee Rotter. "Wir müssen aus der Vergangenheit lernen und dürfen das Kriegsgeschehen sowie die  schwierige Zeit des Wiederaufbaus danach nicht verniedlichen." Es gelang ihr gemeinsam mit Rolf Ose nach aufwendiger Suche in Archiven, für die Gedenktafel zum 2. Weltkrieg die Namen von rund 300 Gefallenen  herauszufinden, etwa doppelt so viele wie sie erwartet hatte.

Zwei Großprojekte: Kurstadtverein und Bürgerinitiative Vor zwei Jahren schließlich war sie Mitbegründerin des Bad Blankenburger Kurstadtvereins, der sich die Restaurierung weiterer historischer Bauwerke und Orte im Stadtbild
zum Ziel gesetzt hat. Gleichzeitig wollte Dorothee Rotter damit die Bad Blankenburger motivieren, sich selbst mit für ihren Ort zu engagieren. "Die Bevölkerung soll mal aus ihrem Dornröschenschlaf erwachen, es ist ja ihr Problem, sie sind ja Bad Blankenburger", sagt sie. Der Verein hat nun aber auch Möglichkeiten, staatliche Gelder zu beantragen. Das hat er dann erstmals für die Sanierung der "Kussbrücke" getan - das nächste große Projekt.  Für ein weiteres engagiert sich Dorothee Rotter in einer Bürgerinitiative. Die kämpft für den Erhalt des historischen Chrysopras-Wehrs an der Schwarza. Bei einer Veranstaltung konnten dafür rund 3.500 Unterschriften gesammelt werden. Im Mai sollen Sicherung und Wiederaufbau des Wehrs beginnen.

Dorothee Rotter ist froh darüber, dass im Verein und in der Bürgerinitiative verschiedene Generationen zusammen arbeiten. "Wichtig ist, dass wir auch junge Leute mit ins Boot nehmen." Pläne hat der Verein noch genügend. Auch
der Dehler-Brunnen in der Oberstadt - früher ein beliebter Treffpunkt - soll im neuen Glanz erstrahlen.

"Die gute Seele des Vereins" Und die Erinnerung an den Begründer des ersten Kindergartens in Bad Blankenburg und weltweit, Friedrich Fröbel, möchte Dorothee Rotter gern mehr fördern, möglichst in Zusammenarbeit mit den Fröbelorten Keilhau und Oberweißbach ganz in der Nähe. Wie viel Zeit sie für all das investiert, hat unsere Thüringerin des Monats nie nachgerechnet. "Wenn ich gebraucht werde, stehe ich auf der Matte." Und das will sie auch gern weiterhin tun. Der Bad Blankenburger Bürgermeister Frank Persike ist froh über dieses Engagement. "Jeder Verein braucht eine Seele", sagt er. "Und die gute Seele des Kurstadt-Vereins ist Dorothee Rotter." Sie habe sich immer für die Belange der Stadt eingesetzt. Durch dieses Engagement seien Projekte entstanden, die die öffentliche Hand so oftmals gar nicht leisten könne.
"Das ist für so eine kleine Stadt ganz wichtig, das freundliche Bild für Einheimische und Gäste zu erhalten oder zu gestalten."

Beitrag der OTZ

In einer gemeinsamen Aktion von MDR THÜRINGEN und der Thüringer Ehrenamtsstiftung werden in jedem Monat des Jahres eine Thüringerin oder ein Thüringer für besonderes ehrenamtliches Engagement ausgezeichnet. Alle Kandidaten haben eines gemeinsam: Es sind Menschen, die Zivilcourage bewiesen haben, sich für ihre Mitmenschen einsetzen und außergewöhnliche
Leistungen erbringen - ohne dafür Geld zu erhalten. Jeder "Thüringer des Monats" hat die zudem die Chance auf die besondere Auszeichnung: "Thüringer des Jahres".