Leuchtturm des Ehrenamtes

Ein Leuchtturm des Ehrenamtes am 3. Thüringer Ehrenamtstag. Rund 40 Vereine und Organisation präsentierten ihr bürgerschaftliches Engagement auf dem Marktplatz.

"Ein Markt der Möglichkeiten", stellte Thüringens Sozialminister Dr. Klaus Zeh (CDU) zur Eröffnung fest. Von der Jugendorganisation und dem Umweltverein über Sozialverbände und die Parität bis hin zu Sport- und Kulturvereinigungen reicht das Engagement, das sich an Ständen und in einem unterhaltsamen Bühnenprogramm vorstellte. Gera sei in diesem Bundesgartenschau-Jahr ein Botschafter Thüringens - und dies sei nur möglich, weil sich viele dabei ehrenamtlich engagierten. Von weit mehr als einem Drittel der Thüringer, etwa 700 000 wisse man, dass sie ehrenamtlich tätig sind, sagte der Minister. In Gera seien es mehr als 6000, wusste Herrmann Ströbel, Vorsitzender der Thüringer Ehrenamtsstiftung zu berichten. Auch die Buga wäre nicht so attraktiv ohne das Ehrenamt. Von vielen Menschen wisse man aber auch nicht, dass sie freiwillig etwa mit der Pflege alter oder kranker Angehöriger anderen Menschen helfen - ohne Entgelt und mitunter auch ohne Dank. Aber: Ehrenamt braucht auch Anerkennung, forderte Ströbel.

Anerkennung erhielten am Abend bei einer Festveranstaltung ehrenamtlich Tätige aus Gera stellvertretend für viele andere. "Sie leisten einen wesentlichen Beitrag zu einem lebendigen Gemeinwesen, zu einer lebendigen Demokratie", sagte Thüringens Finanzministerin Birgit Diezel (CDU) in ihrem Grußwort. Sie verwies zugleich darauf, dass die finanziellen Pfeiler für die Anerkennung des Ehrenamtes errichtet würden. Aus dem Erlös des Thüringer Spielbankbetriebes erhalte die Ehrenamtsstiftung 600 000 Euro. Zudem habe sich Thüringen im Bundesrat für steuerliche Erleichterungen für ehrenamtlich Tätige und auch für private Sponsoren eingesetzt.

Der Dank war auch konkret. Ministerin Diezel zeichnete den Vorsitzenden des Geraer Höhlervereins Heinz Nikulla für sein Engagement, insbesondere für die Höhlerbiennale und die Kinderbiennale aus und überreichte ihm den Ehrenbrief des Freistaates Thüringen. Das Thüringer Ehrenamtszertifikat übergab Hermann Ströbel an Katharina Berg für ihre Arbeit und die Förderung des Nachwuchses im auf nationaler und internationaler Ebene erfolgreichen Rollschnelllaufverein Blau-Weiß. Ein weiteres Zertifikat erhielt Wolfgang Heinicke für mehr als ein halbes Jahrhundert Forschung in der Insektenkunde. Die Stadt setzte ihre Tradition fort und überreichte den silbernen Simson an die Pflegemutter Annett Hässelbart, den Förderer des Tanzens Uwe Schindler und den Köcheclubchef Wolfgang Hunger. Erstmals wurde die Thüringen Ehrenamtscard in Gera vergeben an 25 engagierte Bürger.

Impressionen vom 3. Thüringer Ehrenamtstag