Neues zur Weiterentwicklung der Marktplatz-Methode

29.09.2009 15:13

Aktuell möchten wir  auf Ideen und Erfahrungen zur Weiterentwicklung der Marktplatz-Methode hinweisen. Auch hier in Thüringen gibt es Ansätze dazu, die Methode in verändertem Rahmen zu adaptieren. So wird in Meiningen ein Marktplatz für die Weiterentwicklung eines Stadtteiles geplant und in Dingelstädt gibt es die Idee, einen Marktplatz im speziellen Umfeld von Bildungseinrichtungen zu veranstalten.
Die Bertelsmann Stiftung möchte zukünftig solche Ansätze und Ideen besonders unterstützen.
Dazu hier einige Informationen:
In der Marktplatz-Methode steckt Potenzial, wenn es um die Fortentwicklung kreativer Formen bürgerschaftlichen Engagements geht. Die Bertelsmann Stiftung ist bestrebt, das Format „Gute Geschäfte“ fortzuentwickeln. Hier ein Überblick über den gegenwärtigen Stand von Marktplatz-Adaptionen:
 Kooperationsbörse
 Themenorientierte Marktplätze
 Marktplatz für Jugendliche: "Speed-Dating in guter Sache"
 Engagement-Marktplatz für "Gute Geschäfte"
 Weitere Ideen

Kooperationsbörse
Wer kennt das nicht? Man ist auf einer Konferenz und tauscht sich dort mit vielen interessanten Menschen aus. Aber nach der Konferenz verpufft die gewonnene gemeinschaftliche Energie im Nichts, denn die kurzzeitigen Kontakte reißen in der Regel ab.
Die Kooperationsbörse bietet einen Ausweg aus diesem Dilemma: Die Bertelsmann Stiftung verbindet mit dieser Veröffentlichung das Interesse, Konferenzen, Tagungen und große Workshops wirkungsorientierter zu gestalten, indem wir eine Methode vorstellen, die Kontakte über das Ende einer Konferenz hinaus herstellen läßt. In einem organisierten „Konferenz-Speed-Dating“ können Sie Ihre Ideen mit anderen Teilnehmern der Veranstaltung besprechen, in Kooperationen gießen und sie in aktive Handlung umsetzen. Das ist die Quintessenz der Kooperationsbörse.

Themenorientierte Marktplätze
Eine der großen Herausforderungen in der Welt der gemeinnützigen Organisationen und neuer gesellschaftlicher Kooperationen ist es, wirkungsorientierter zu arbeiten.
Aus diesem Grund animiert die Bertelsmann Stiftung gegenwärtig die Marktplatz-Organisatoren ein besonderes Thema der lokalen Bürgergesellschaft (Schule, Integration, Senioren etc.) beim Marktplatz zu fokussieren und seine Teilnehmer zu animieren, mittels ihrer Angebote und Nachfragen dieses Thema besonders zu berücksichtigen. Auf diese Weise kann über viele Vereinbarungen in einem Themengebiet ein kommunales Anliegen besonders hervorgehoben werden.

Marktplatz für Jugendliche: „Speed-Dating in guter Sache“
Die EhrenamtAgentur Essen organisiert in diesem Herbst eine Abwandlung der Marktplatz-Methode für junge Menschen, die ein freiwilliges Engagement suchen:
Schüler trifft Ehrenamt“ ist eine 2-stündige Veranstaltung in Form einer „Handelsbörse für ehrenamtliche Engagements“. Junge Essener ab 14 Jahren und gemeinnützige Einrichtungen können sich im Rahmen dieser Börse kennenlernen und verbindliche Absprachen über ein ehrenamtliches Engagement interessierter Schüler/innen in gemeinnützigen Einrichtungen oder Projekten ihrer Wahl treffen. Auf der Ehrenamtsbörse können sich Jugendliche – im Speed-Dating-Verfahren - in kürzester Zeit über das vielfältige Spektrum ehrenamtlicher Tätigkeiten in Essen informieren und ein passendes freiwilliges Engagement finden.

Engagement-Marktplatz für „Gute Geschäfte“
Die Stadt Aalen (Baden-Württemberg) wird am 14. November 2009 den „1. Aalener Engagement-Marktplatz“ durchführen: Der Engagement-Marktplatz bringt Organisationen, Vereine und Initiativen mit Bedarf an Ehrenamtlichen mit Bürgern und Bürgerinnen zusammen, die sich freiwillig engagieren wollen. Dieser Ansatz verbindet demnach ähnlich wie in Essen die Idee der Ehrenamtsmessen mit demjenigen von „Gute Geschäfte“. Hier sind volljährige Bürgerinnen und Bürger die Zielgruppe.

Weitere Ideen
Die Hauptzentrale der Fortis Bank in Utrecht (Niederlande) organisiert über die „Fortis Foundation“ Freiwilligen-Aktivtage ihrer Arbeitnehmer, indem sie in einem ersten Schritt per E-Mail interessierte Mitarbeiter für einen solchen Tag eruiert und nach möglichen Handlungsfeldern im gemeinnützigen Bereich befragt. Aus diesen Handlungsfeldern werden dann eine entsprechende Anzahl von Vereinen eingeladen. Auf einem zentralen Marktplatz treffen sich dann vor dem anstehenden Aktivtag Organisationen und Unternehmensmitarbeiter, die Arrangements absprechen. Die Rahmenbedingungen für jedes individuelle Engagement können so präzise ermittelt werden.
Diverse Entwicklungsmöglichkeiten: Die Marktplätze könnten sich in den nächsten Jahren zudem auf bestimmte Stadtteile konzentrieren. Denkbar wären ebenfalls Marktplätze ausschließlich für Gemeinnützige aus unterschiedlichen Branchen, denn auch hier gibt es Vernetzungsnotwendigkeiten abseits der Verbandsinteressen. Oder einzelne zentrale soziale Einrichtungen der Stadt (Schulen, Bürgerhäuser, Jugendzentren, Altenheime etc.) können einen Marktplatz für ihr sozialräumliches Umfeld (freiwillig Engagierte, Unternehmen aus der Nachbarschaft, Kooperationspartner etc.) veranstalten und über dieses Instrument ihre Jahresaktivitäten unter Einbezug ihrer Anspruchsgruppen planen. 
Wichtiger Hinweis: Alle diejenigen, die an Modifikationen oder Adaptionen der MP Methode arbeiten, seien aufgefordert sich an die Bertelsmann Stiftung zu wenden. Solche Ansätze können ggf. monetär und nichtmonetär unterstützt werden.
 
So haben im Winter 2008/2009 auf bundesweiten Tagungen und einer internationalen Konferenz eine Adaption des Konzepts für solche Formate durchgeführt. Die drei Ereignisse haben sich zum Ziel gesetzt, über die Vermittlung von interessanten Inhalten zur verbindlichen Vernetzung der Teilnehmer über das Kongressende hinaus beizutragen.

Quelle: www.gute-geschaefte.org