Silke Augustin aus Ilmenau ist Thüringerin des Monats März

31.03.2014 12:52

Seit mehr als 10 Jahren ist sie in besonderer Weise als Elternsprechern an der Goetheschule in Ilmenau aktiv

Foto: MDR Thüringen

Schon diese lange Zeit ist etwas Besonderes. Silke Augustins Tochter hat das Gymnasium vor sieben Jahren mit dem Abitur abgeschlossen, ihr Sohn will in diesem Jahr die Reifeprüfung bestehen. Doch Silke Augustin bewegte nicht nur das Alltagsgeschäft einer Elternsprecherin wie Stundenplan und Unterrichtsausfall, Schulessen, Klassenfahrten oder die Gestaltung von Klassenzimmern und Schulhof. Ihr ging es von Anfang an um die Zukunft, um den persönlichen Lebensweg der Schülerinnen und Schüler. Bei der Wahl einer Studienrichtung oder eines praktischen Berufes müssten die Eltern Hilfestellung geben mit ihren vielfältigen Erfahrungen in den unterschiedlichsten Bereichen – so die Idee von Silke Augustin. Schule allein vermag das nicht, sagt sie. Aber nur darüber zu meckern, das nütze nichts. Deshalb hat die Diplomingenieurin für Elektrotechnik an der Goetheschule zwei Projekte ins Leben gerufen, an denen sich inzwischen mehrere Schulen, Hochschulen und Institutionen im Land beteiligen. Die Federführung hat Silke Augustins Arbeitgeber, die Technische Universität Ilmenau.

Das Projekt SKATinG soll Schüler für eine eigenständige und zielgerichtete Studien- und Berufswahl sensibilisieren. Es geht dabei um Fragen wie „Was kann ich? Wofür interessiere ich mich? Wo finde ich meinen Platz in der Gesellschaft?“ MIN.Th heißt das zweite Projekt, das die Mädchen und Jungen speziell für die Bereiche Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik begeistern soll. Denn Silke Augustin findet es schade, dass vielen Schülern heutzutage die Erfahrungen mit praktischer Arbeit, das Verständnis und die Wertschätzung dafür fehlen. In der Ilmenauer Goetheschule hat sie für ihre Projekte viel Unterstützung erhalten. Und die Schule schätzt ihr ehrenamtliches Engagement sehr. Schulleiter Volker Rusch ist stolz darauf, dass sich die Mädchen und Jungen an seiner Schule dank der Projekte von Silke Augustin ausprobieren können und sogar eine Technikausbildung erhalten. „Sie hat Visionen, aber keine Illusionen“ sagt er. Das heißt, seine Schulelternsprecherin kann sehr genau einschätzen, was sich realisieren lässt und was nicht. Wenn Silke Augustin im Sommer ihr Amt abgibt, sollen ihre Projekte in jedem Fall weitergeführt werden. Sie werde auch selbst ein Auge darauf haben, dass es weiter geht, sagt unsere Thüringerin des Monats. Persönlich ist sie stolz darauf, dass ihre Tochter Ingenieurin geworden ist und ihr Sohn jetzt Elektrotechnik studieren will.