Thüringerin des Monats Januar 2014

03.02.2014 09:01

Heidrun Schaub aus Ruppersdorf im Saale-Orla-Kreis ist unsere Thüringerin des Monats Januar

Foto: MDR Thüringen

Mit viel Engagement und Liebe leitet die 71-Jährige eine Arbeitsgemeinschaft „Kreatives Gestalten“ an der Regelschule in Remptendorf. Jeden Dienstag betreut Heidrun Schaub zwei Stunden lang zwanzig Mädchen und Jungen der 5. und 6. Klasse bei den unterschiedlichsten Bastelarbeiten. Die Aufgabe hat sie von ihrer Tochter Dagny übernommen, als diese wieder einen Vollzeit-Job übernommen hatte. Ohne langes Nachdenken sagte Frau Schaub: „Da mach‘ ich’s halt.“ Die Mutter dreier Kinder, achtfache Oma und zweifache Uroma hat sehr viele Bastelbücher gesammelt. „Basteln ist mir in die Wiege gelegt worden“, sagt sie. Ihre Mutti habe schon sehr viele Handarbeiten gemacht. Heidrun Schaub war bald so versiert und fingerfertig, dass ihre Handarbeitslehrerin gar nicht glauben wollte, dass sie die Arbeiten selbst angefertigt hat. Ihre Gestaltungsideen und auch die Fertigkeiten gibt sie jetzt sehr gern an die Schulkinder weiter. Dazu gehören verschiedene Farbmaltechniken, das Nähen von kleinen Gebrauchs- und Schmuckgegenständen aus Stoffresten und das Basteln von Tonfiguren oder Festschmuck zu Ostern und Weihnachten. Für Schulleiter Karl-Heinz Weiß ist die ehrenamtliche Arbeit von Frau Schaub ganz wichtig. Viele der Kinder kommen aus umliegenden Ortsteilen mit dem Schulbus. Für sie wird so die Wartezeit bis zur Rückfahrt auf sinnvolle Weise verkürzt. Die Schule hat leider nicht mehr genug Personal, um solche Kurse aus eigenen Kräften anbieten zu können. Für das „Kreative Gestalten“ gibt es auch keine finanzielle Unterstützung. Das Papier zum Basteln stellt ein regionales Unternehmen zur Verfügung, Stoffreste geben meist die Eltern der Kinder mit. Farben und andere kleine Dinge zum Basteln kauft Heidrun Schaub vom eigenen Geld. Völlig überwältigt und mit glänzenden Augen hat sie deshalb zur Auszeichnung als „Thüringerin des Monats“ den Scheck des MDR über 500 Euro entgegen genommen. „Jetzt können wir wieder neue Glasmal- und Wachsfarben kaufen“, freut sie sich. Das Geld wird eine Weile reichen. Und Heidrun Schaub möchte auch gern weiter mit den Kindern arbeiten. Das mache ihr Spaß. Sie gibt lieber anderen etwas, als dass sie selbst etwas bekommt. „Wenn ich einmal aufhören müsste, das wäre schlimm für mich“, sagt sie. Und deshalb hofft sie, dass es ihrem Mann trotz eines Herzleidens noch lange gut geht, damit er sie jeden Dienstag von ihrem Wohnort zur Schule und zurück mit dem Auto fahren kann.