Thüringer des Monats

05.08.2019 09:27

Marie Salzmann aus Kirchworbis ist Thüringerin des Monats Juli.

Die Medizin-Studentin Marie Salzmann aus Kirchworbis im Eichsfeld ist unsere Thüringerin des Monats Juli. Die Ehrenamtsstiftung und MDR THÜRINGEN haben die 20-Jährige für ihr Engagement in Äthiopien ausgezeichnet.

Bedürftigen Menschen helfen, das ist schon seit vielen Jahren das Anliegen der Familie Salzmann. Vater Reinhard hat schon 1995 den Indien-Patenschaftskreis gegründet, der seit 2007 auch Projekte in Äthiopien betreut. Mutter Petra ist Ärztin und hilft überall dort mit, wo Hilfe benötigt wird. So hat Tochter Marie Äthiopien bereits im Alter von neun Jahren kennengelernt und war mit 16 ein zweites Mal in dem ostafrikanischen Land. In dieser Zeit reifte die Idee, ein freiwilliges soziales Jahr in der Hauptstadt Addis Abeba zu leisten.

"Ich habe zwei zu Hause", sagt Marie, "meine Heimat ist das Eichsfeld, aber auch Äthiopien ist mein zu Hause. Dort habe ich eine zweite Familie so zu sagen, einen Freundeskreis, bei dem ich mich geborgen und aufgehoben fühle."

In einem Krankenhaus für Arme am Rand der Hauptstadt hat Marie Salzmann gearbeitet und gleich nebenan große Not kennengelernt: die einfachen Hütten, in denen die Menschen dort leben und die nur ungenügenden hygienischen Bedingungen dort. Häufig sterben Kinder, die dort ohne Arzt oder Hebamme zur Welt kommen, während oder kurz nach der Geburt. Dagegen wollte Marie etwas tun: In leer stehenden Räumlichkeiten der Klinik sollte eine Geburtsstation entstehen. Für dieses Projekt engagierte sie sich vor Ort ehrenamtlich und setzte in der Heimat alles in Bewegung gesetzt, um Spendengelder zu sammeln.

Eine neue Geburtsstation
Die Mitglieder der katholischen Kirchengemeinde "St. Antonius" Worbis haben Maries Projekt unterstützt, Familie und Freunde natürlich auch. "Wir haben eine größere Summe bekommen, da haben wir uns sehr gefreut", erzählt Marie Salzmann und kann stolz auf das Ergebnis sein: Insgesamt sind 35-tausend Euro zusammen gekommen. Damit konnte die Geburtsstation fertiggestellt werden. Jederzeit könnte hier die erste Geburt stattfinden, erzählt Mutter Petra Salzmann, aber "was der Entbindungsstation noch fehlt, sind Medikamente. Die sind momentan in Äthiopien sehr, sehr knapp." Außerdem fehlt noch ein Kühlschrank für die Arzneimittel. Gesucht wird auch noch eine Ärztin oder ein Arzt für die Station. Familie Salzmann nutzt derzeit all ihre Kontakte in der Region, um hierfür Lösungen zu finden.

Im Landkreis findet das Engagement von Marie Salzmann und ihren Eltern große Anerkennung. "Familie Salzmann ist weit über Kirchworbis hinaus bekannt", sagt Gerald Schneider, der stellvertretende Landrat des Eichsfeldes. "Die Projekte sind gelebte Nächstenliebe, das ist eine christliche Tradition. Wir sind im Eichsfeld stolz, die Familie Salzmann hier zu haben und werden ihre Projekte auch weiterhin unterstützen."