Thüringerin des Monats September

01.10.2018 09:36

Christel Laude aus Nordhausen ist unsere Thüringerin des Monats September 2018.

„Singen bringt Freude ins Herz“ – das ist das Motto des Konzertchores Nordhausen und natürlich auch das von Christel Laude.

Die frühere Musiklehrerin hat den Chor im Jahr 1977 mit gegründet – nur noch zwei der damaligen Sängerinnen und Sänger sind neben ihr heute noch dabei. Ja, die Musik trägt Christel Laude im Herzen – sie ist aber auch der engagierte „Motor“ als ehrenamtliche Vorsitzende des Chorvorstandes. Die 70-Jährige organisiert Proben, Auftritte und Konzertreisen und hält die Verbindungen zu Chören in Nordhausens Partnerstädten wie seit vielen Jahren in Ostrow/Wielkopolski in Polen, nach der Wende auch in Charleville-Mezieres in Frankreich sowie in Bochum. „Da geht viel Freizeit drauf, aber darüber bin ich nicht traurig.“ Denn das Wichtigste für sie ist die Gemeinschaft, das freundschaftliche und herzliche Verhältnis unter den 35 bis 40 aktiven Sängerinnen und Sängern. „Wenn man sieht, dass man selbst einen Beitrag zum Erfolg des Chores beitragen kann, dann, macht das Spaß und dann zählt die Arbeit nicht.“
Gemeinsam mit der Chorleiterin wählt die erfahrene Musikpädagogin das passende Repertoire für den Konzertchor aus. Dazu gehören in erster Linie deutsche Volkslieder. Christel Laude ist aber auch stolz darauf, dass der Chor gemeinsam mit dem Theater Nordhausen Beethovens 9. Sinfonie einstudiert hat und sie seit langer Zeit immer am Jahresende aufführt. Und unserer „Thüringerin des Monats ist noch etwas sehr wichtig:
„Wir singen Lieder aus anderen Ländern und verknüpfen damit freundschaftliche Beziehungen“, erzählt sie von den Treffen mit den Partnerchören in Polen, der damaligen Tschechoslowakei oder Frankreich. „Wenn wir dort irgendwo zu Besuch waren, haben wir ein Lied mitgebracht oder haben von uns eins für die Freunde mitgebracht. Das ist für uns auch ein Beitrag dazu, sich für das Verständnis in der Welt und den Frieden mit einzusetzen – dazu stehe ich.“
Die kleine, zierliche Frau hat auch neun Jahre lang bei der Lebenshilfe Musikunterricht gegeben für Kinder und Jugendliche mit Behinderungen. „Das war eine sehr schwere, aber auch sehr dankbare und schöne Aufgabe.“ Und ihre Instrumentalgruppe bei der Lebenshilfe hat sie immer noch. Jeden Freitag gibt sie dort Stunden für Flöte, Gitarre oder Klavier und singt mit einem kleinen Chor. „Das ist eine ganz andere Erfüllung.“
Auch den Senioren in der Begegnungsstätte „Nordhaus“ spendet sie mit ihrem Engagement regelmäßig Freude und gestaltet dort Nachmittage mit klassischer Musik unter dem Motto „Viva la Musica“ – und das schon seit rund 20 Jahren.
Da ist es fast selbstverständlich, dass Nordhausens Oberbürgermeister Kai Buchmann (parteilos) persönlich zur kleinen Auszeichnungsfeier für unsere „Thüringerin des Monats“ kam. Er würdigt ihren unschätzbaren Wert als Kopf und Herz des Konzertchores Nordhausen, der zu den Aushängeschildern der Stadt gehöre.
Über die Auszeichnung war Christel Laude völlig überrascht. „Aber alle haben sich mit mir mitgefreut und das hat mir gut getan“, sagt sie.
Ihre Mitstreiter im Chor schätzen an Christel Laude vor allem ihre Herzlichkeit, ihre Bescheidenheit, ihr Engagement und ihr Fachwissen. „Sie lenkt und leitet mit liebevoller Hand und steht nie im Vordergrund“, sagt zum Beispiel Helga Uhl. Und Ingrid Hoff ergänzt: „Wir können dankbar sein, dass wir sie haben und hoffen, dass sie noch lange bleibt.“

Öffnet externen Link in neuem FensterBeitrag des MDR