Thüringer des Monats Dezember

02.12.2019 13:05

Conny Creutzburg aus Gotha ist unsere Thüringerin des Monats November.

MDR THÜRINGEN und die Thüringer Ehrenamtsstiftung haben die Unternehmerin ausgezeichnet, weil sie seit mehreren Jahren ehrenamtlich Kinder und Jugendliche bei Trauerfällen in der Familie begleitet. Dazu hat sie in Gotha einen Verein und ein Trauerzentrum aufgebaut.
"Kinder trauern anders", sagt Conny Creutzburg, "und werden von Erwachsenen oft missverstanden." Die engagierte Trauerbegleiterin vergleicht das gern mit Pfützen-springen. "Kinder springen in die Pfütze, dann sind sie in ihrer Trauer. Und zwei Minuten später sind sie raus und das Leben ist bunt und schön und alles ist okay." Erwachsene dagegen sagen oft: Wenn ich trauere, dann trauere ich richtig und auch lange. Das sei bei Kindern nicht so. Deshalb sagen Conny Creutzburg und die 20 Vereinsmitglieder des Trauerzentrums Serafim den Kindern und Jugendlichen: Es ist richtig so wie ihr trauert und Eure Gefühle sind okay so.

Serafim - das ist eine besondere Art Engel. Die wollen Trost spenden, auffangen, Kraft geben. Conny Creutzburg, ihr Mann Detlef und Tochter Kathy mussten selbst einen schweren Schicksalsschlag verarbeiten: den Unfalltod ihres Sohnes Stefan - Kathys jüngeren Bruders - vor elf Jahren. Dabei hatten sie erlebt, dass es besonders der Tochter schwer gefallen ist, das Geschehene zu verarbeiten. Und dass Erwachsene lernen müssen, mit der besonderen Form der Trauer ihrer Kinder umzugehen.

Aufklärung an Schulen
Neben der direkten Hilfe für betroffene Familien geht der Verein Serafim deshalb oft auch in Schulen, redet mit den Kindern und Jugendlichen in Workshops über das Tabu-Thema Sterben und Trauer. "Die Kinder und Jugendlichen gehen eigentlich offen damit um, die Verklemmten sind eher die Erwachsenen", erzählt Conny Creutzburg. Deshalb bietet sie auch Workshops für Erwachsene an, um zu verstehen wie Kinder trauern und wie man helfen kann.
Eine Idee zum Beispiel ist auch das Pflanzen von Bäumen der Erinnerung. Denn oft ist das Grab von Oma und Opa weit weg, oder Papa unter dem grünen Rasen beerdigt und keine richtige Grabstelle vorhanden. An den gepflanzten Baum kann etwas selbst Gebasteltes hängen oder darunter gepicknickt werden, um so dem Verstorbenen ganz nah zu sein.

Lob von der Kinderkrankenschwester
Seit vielen Jahren kennt die Kinderkrankenschwester Diana Blank unsere Thüringerin des Monats - aus der gemeinsamen Zeit im Kinderhospiz Tambach-Dietharz, wo Diana Blank den Pflegedienst leitete und Conny Creutzburg ihre Ausbildung zur Familienbegleiterin absolvierte. "Frau Creutzburg ist eine faszinierende Frau, die mit viel Engagement und Einsatz auf dieses Tabuthema aufmerksam macht", sagt Diana Blank.
Sie ist eine wichtige Stütze in dem System Serafim und auch zuvor im Kinderhospiz. Sie hat viele Ideen eingebracht, wie man einfach helfen kann.


Helfen - das ist auch das Ziel von Conny Creutzburgs Mann Detlef, der auch von Anfang an im Verein Serafim mitarbeitet. Er sagt: "Wir wollen kein besonderes Lob, denn wir haben Trauer nicht erfunden, die ist einfach da. Ich finde es ganz toll, dass Familien hierher kommen können und hier aufgefangen werden."