Mandy Karsch aus Saalfeld ist Thüringerin des Monats Juli

03.08.2021 09:27

Ohne sie geht es nicht: Mandy Karsch ist mit Herz und Seele bei der Freiwilligen Feuerwehr im Saalfelder Ortsteil Schmiedefeld.

Sie ist nicht nur bei der Freiwilligen Feuerwehr engagiert, sondern hat die auch die Jungendfeuerwehr in Schmiedefeld aufgebaut und seitdem mit viel Einsatz Kinder und Jugendliche für dieses wichtige Ehrenamt begeistert. Für dieses herrausragendes Engagement haben die Thüringer Ehrenamtsstiftung und MDR THÜRINGEN sie jetzt als Thüringerin des Monats Juli geehrt.


Türen auf und dann einmal rund um das Rüstfahrzeug - alles anschauen, anfassen und erklären. Feuerwehrfrau Mandy Karsch ist in ihrem Element. "Ich lebe das einfach", sagt sie. "Ich liebe Kinder." Bei ihr, sagt sie, bekommen die Kinder nicht nur erstes Wissen über die Feuerwehr und Erste Hilfe. Ihr ist es vor allem wichtig, dass die Kinder lernen, fair und ordentlich miteinander umzugehen. "Das lernen die hier", betont sie.


Nachwuchsarbeit im Verein oder den Grundschulen
Alle zwei Wochen trainiert sie die sechs- bis 17-Jährigen. Insgesamt 15 Kinder, immer freitagnachmittags, zwei Stunden lang wird geübt. Dazu kommen Lehrgänge, Wettkämpfe und Zeltlager an Wochenenden und in den Ferien. "Wir machen nichts ohne die Kinder", sagt sie und lacht. Das, sagt sie, ist das Allerwichtigste und zählt auf: ob Spanferkel, gemütliches Beisammensitzen oder Jahreshauptversammlungen. "Die Kinder werden überall miteinbezogen."

Um Nachwuchs für die Feuerwehr zu gewinnen, geht sie auch in die Grundschule. Dort hat sie eine Arbeitsgemeinschaft gegründet. Der Name: "Die Brandschutzhelfer". Dabei bringt sie den Kindern auf spielerische Art die Arbeit der Feuerwehr näher. Auch ein Besuch im Feuerwehrhaus gehört dazu. Das Ergebnis: "Viele Kinder sagen dann, sie wollen zur Feuerwehr gehen", sagt Mandy Karsch.


Liebe zur Feuerwehr seit 18 Jahren
Die 38-Jährige kam selbst mit Anfang 20 zur Feuerwehr - der Liebe wegen, ihr Mann war schon dabei. Inzwischen ist die Feuerwehr ihre große Leidenschaft. Sie hat sogar einen Lkw-Schein gemacht, damit sie die großen Fahrzeuge fahren kann. Nach der eigenen Ausbildung baute sie die Jugendfeuerwehr auf. Inzwischen ist sie die Leiterin. Und sie ist stolz auf ihren Nachwuchs: Stabile Seitenlage, Notruf absetzen, einen Verband anlegen - das können ihre Schützlinge und haben bei einem Notfall sogar schon anderen Menschen geholfen.

Das alles macht sie zusätzlich zum Job als Verkäuferin und den eigenen zwei Kindern. Dass sie immer einsatzbereit sein kann, das liegt auch an ihrem Chef und den Kollegen. "Die machen das möglich", sagt sie. Und: Ohne sie in der Jugendarbeit wäre längst nicht so viel Nachwuchs an Bord, sagt der Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Schmiedefeld, Frank Unger: "Sie ist mit Herz und Seele dabei." Sogar von Kindern aus den Nachbarorten gebe es Anfragen. Sie wollen zu Mandy Karsch. Er ist erleichtert: Denn ein Drittel seiner 24 ehrenamtlichen Feuerwehrleute sei über 50. Nachwuchs zu finden, sei wie bei den meisten Feuerwehren schon seit den 1990er-Jahren schwer. "Wenn wir den Nachwuchs nicht schon im Schulalter begeistern, dann gelingt das später meist kaum mehr."

Berührt von der Auszeichnung
Die Auszeichnung als Thüringerin des Monats Juli berührt Mandy Karsch sehr: "Mir fehlen die Worte. Ich muss das erstmal wirken lassen. Ich freue mich riesig, dass da jemand an mich gedacht hat. Ich weiß, dass meine Feuerwehrkameraden hinter mir stehen. Meine Kameraden sind immer für mich da und helfen mir. Dass jetzt auch mein Ortsteilbürgermeister an mich denkt. Ich bin happy." Der Ortsteilbürgermeister von Schmiedefeld, Ulrich Körner, hatte Mandy Karsch der Ehrenamtsstiftung und MDR THÜRINGEN übrigens als Thüringerin des Monats vorgeschlagen.

Fotos: Jens Borghardt, MDR Thüringen