Felicitas Kotsch ist Thüringerin des Monats November

30.11.2020 14:00

Felicitas Kotsch aus Dermbach bringt seit zwei Jahrzehnten die Menschen im Ort mittels Musik zusammen

Foto: MDR Thüringen/David Dienemann

Felicitas Kotsch ist unsere "Thüringerin des Monats" im November. Die 55-Jährige kam aus Liebe in die Rhön, rief einen Mutter-Kind-Kreis ins Leben und leitet seit 16 Jahren den örtlichen Chor "Heavenly Voices".

Ein Umweg über die ukrainische Hauptstadt Kiew hat die aus Bochum stammende Felicitas Kotsch in die Thüringische Rhön geführt. Dort hat die studierte Volkswirtin um die Jahrtausendwende für eine große deutsche Bank gearbeitet und ihren späteren Mann Gerald Kotsch aus Dermbach kennengelernt, der gerade für die Evangelische Kirche in der Ukraine gearbeitet hatte.

In Dermbach angekommen, war es von Anfang an ihr Ziel, die Gemeinschaft im Ort zu fördern. Als Frau des Pfarrers haben sich viele Ehrenämter für sie aus dieser Rolle ergeben. "Ich nehme diese Rolle sehr gern an", sagt die 55-Jährige, "ich komme aus einer sehr kirchlichen Familie." So hat sie den Mutter-Kind-Kreis ins Leben gerufen, als ihre Kinder klein waren, und rund 18 Jahre lang betreut. Mehr als 100 junge Mütter sind bisher mit ihren bis zu zweijährigen Kindern dabei gewesen. Und für Felicitas Kotsch haben sich daraus auch sehr intensive persönliche Freundschaften entwickelt.

Weitere Beispiele sind die jährliche Kinder-Kirchennacht und das vierteljährliche "Frauen-Spätstück" mit Themenabenden und einem gemeinsamen Koch-Abend vor dem ersten Advent unter dem Motto "Eat-Pray-Love", auf den sich die Frauen ganz besonders freuen.

Die junge Dermbacher Pfarrerin Silke Wöhner hat inzwischen den Mutter-Kind-Kreis von Felicitas Kotsch übernommen.


Sehr am Herzen liegt der musikbegeisterten ausgebildeten Chorleiterin Felicitas Kotsch der Chor "Heavenly Voices", den sie seit mehr als 16 Jahren leitet. Die Sängerinnen und Sänger haben auch den Vorschlag zur Auszeichnung als "Thüringerin des Monats" initiiert.

Im Jahr 2004 hatten die rund 25 Chormitglieder eine neue Leitung gesucht. Und die damals mit ihrem zweiten Kind hochschwangere Frau des Pfarrers hat zugesagt. "Dabei steht sie selbst nie im Rampenlicht, sondern ehrt und achtet uns als Sänger", sagt Katy Wehner.

In dem gemischten Chor kommen Jung und Alt zusammen und die "Heavenly Voices" wollen mit ihren Auftritten auch ein breites Publikum ansprechen, zum Beispiel mit modernen englischen Popsongs junge Familien begeistern, mit Gospels das stark christlich geprägte Leben in der Rhön widerspiegeln und mit bekannten Volksliedern auch die ältere Generation erfreuen.

Leerlauf mag Felicitas Kotsch nicht, sie ist von Natur aus ein aktiver Mensch, sagt sie über sich. Und ihr ist wichtig, dass Ehrenamt gut organisiert ist.

Die Corona-Pandemie hat auch in Dermbach in diesem Jahr viele Pläne durcheinander geworfen. So musste das gemeinsame Singen und Musizieren unter der alten Dorflinde anlässlich der internationalen Fète de la Musique vom 21. Juni auf den Herbstanfang verlegt werden. Und die große Feier zum 875-jährigen Ortsjubiläum ist um zwei Jahre verschoben.

 

In einem Wettbewerb "Dorf der guten Taten" hat der Ort trotzdem gezeigt, wie viel Engagement es hier gibt. Es werden wohl mehr als 875 gute Taten werden, wenn im Nikolausgottesdienst Bilanz gezogen wird. Da ist sich Felicitas Kotsch sicher. "Wir sind ein Dorf mit über 35 Vereinen und die sind alle aktiv. Wir sind nicht irgendein verschlafenes Dorf in der Mitte von nichts, sondern wir sind quicklebendig. Hier gibt es eine kritische Masse an Leuten, denen nicht alles egal ist, denen ganz viel wichtig ist. Und das ist das Schönste. Deshalb bin ich auch sehr gern hier und deshalb baue ich auch jetzt gerade ein Haus und werde eine 'richtige Dermbacherin'", sagt sie schmunzelnd.