Bernd Nieschler ist Thüringer des Monats Januar

01.02.2021 10:00

MDR Thüringen und Thüringer Ehrenamtsstiftung zeichnen den Kölledaer für sein jahrzehntelanges Engagement für den örtlichen "Schwanenteich" aus.

Bildrechte: MDR/David Dienemann

Genau den Richtigen hatte im Winter 1985/86 der damalige Bürgermeister angesprochen, als es darum ging, den Teich vor dem Zuschütten zu bewahren, ihn zu sanieren und zu erhalten.

Es sollte ein Ort der Naherholung werden, das war für Bernd Nieschler gleich klar.

Er hat nicht nur von seiner Kindheit an ein großes Herz für Tiere, er hat auch bei seinem Vater das nötige Wissen für die Geflügelzucht erworben und es später immer mehr erweitert.

Beruflich kennt er sich durch seine Arbeit in der Melioration zu DDR-Zeiten mit dem Bau und dem Erhalt von Wasseranlagen aus. Und als Mitarbeiter eines Tiefbaubetriebes weiß er die großen Baumaschinen zu bedienen.

Das alles war und ist wichtig für den "Schwanenteich" und seine gefiederten Bewohner.

Denn es gab und gibt viel zu tun: Gemeinsam mit seinem Bruder, mit Freunden und Arbeitskollegen hat Bernd Nieschler zunächst den Zu- und Ablauf des Teiches neu gestaltet, den Teich ausgebaggert, das Ufer mit Feldsteinen befestigt, künstliche Inseln gebaut, Bäume und Sträucher neu gepflanzt. Auch der Zaun um das Gelände wurde erneuert.



Bernd Nieschler hat am Teich jeweils Paare verschiedener Wasservogel-Arten angesiedelt wie Brautenten, Mandarinenten, Kolbenenten, Zwergenten, Zwerg-Kanadagänse, Weißwangen- oder Nonnengänse. Zu ihnen gesellen sich noch ihre wild lebenden Verwandten.

Für die Vögel hat der engagierte Kölledaer Tierfreund kleine hölzerne Hütten auf den Inseln und am Ufer des Teiches gebaut. Er hält sie regelmäßig sauber und repariert sie. Zunächst waren es zehn Häuschen. Um die gab es regelmäßig Streit unter den Enten. Deshalb hat er noch einmal so viele aufgestellt.

Und obwohl dieses Kleinod für Menschen und Tiere "Schwanenteich" heißt, denkt Bernd Nieschler nur mit Wehmut an die Zeiten zurück, als dort noch die stolzen weißen Vögel schwammen. Weil die Schwäne in der Brutzeit mit lautem Fauchen ihr Revier verteidigt haben, waren mehrfach Tiere erschlagen worden. "Das war für mich wie ein Schlag ins Gesicht", erzählt der Vater des "Schwanenteichs" mit Tränen in den Augen. Das letzte Weibchen sei dann fortgeflogen, als auch ihr Partner heimtückisch getötet worden war.

Nach der Wende hatte Bernd Nieschler auch mit viel Müll, vor allem in Form von Getränkedosen, auf dem Grundstück zu kämpfen. Diese Situation endete zum Glück abrupt mit Einführung des Dosenpfands.

Jetzt ist die kleine Idylle einer der wenigen Magnete in Kölleda, die die Menschen beim Spazierengehen ansteuern. Vor allem Familien mit Kindern kommen hierher, auch die Gruppen aus dem Kindergarten, in dem Bernd Nieschlers Frau Sylvia Erzieherin ist.

Und die Seniorinnen und Senioren aus dem nahe gelegenen Heim kommen. "Sie kaufen vorher meist noch Haferflocken oder Toastbrot und füttern die Tiere. Die haben alle ihren Spaß dran."

Die Vögel bekommen aber eigentlich jeden Tag selbst angebautes Körner-Futter von Bernd Nieschler. Er versorgt sie auch im Winter, wenn der Teich zugefroren ist. Dann in Volieren im Winterquartier bei sich zu Hause, zum Schutz vor Fuchs, Marder und Waschbär.



Kölledas Bürgermeister Lutz Riedel kennt den "Schwanenteich" seit seiner eigenen Kindheit und sagt: "Ich finde es ganz großartig, dass Herr Nieschler die Anlage betreut. Als ich damals als Kind meinen ersten Fotoapparat bekommen habe, waren die ersten Bilder zwei Schwäne hier auf dem 'Schwanenteich'. Die Bilder habe ich heute noch."

Unterstützt wird Bernd Nieschler inzwischen von dem noch jungen Verein "Gemeinsam für Kölleda" e.V. Christine Messerschmidt vom Verein hat ihn für die Auszeichnung als
"Thüringer des Monats" vorgeschlagen: "Er ist bescheiden und macht einfach. Er macht das mit Herz und Seele. Und wir haben alle etwas davon."

Öffnet externen Link in neuem FensterZum Videobeitrag über das Engagement von Bernd Nieschler geht es hier.