Thüringer des Monats September

04.10.2021 10:27

Horst Weinberg aus Bad Liebenstein ist unser Thüringer des Monats September.

Auf dem Altenstein gilt er als Institution: Horst Weinberg empfängt vom Frühjahr bis zum Herbst nahezu täglich die Besucher im Informationszentrum seines Fördervereins. Aber nicht nur ideell unterstützt der Verein die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten. Mehr als 100.000 Euro Spenden haben Horst Weinberg und seine Mitstreiter gesammelt und damit geholfen, dass die Gäste heute historische Parkarchitekturen wie das Chinesische Häuschen wieder erleben können.


Die Überraschung für Horst Weinberg ist geglückt: die Mitglieder des Fördervereins Altenstein Glücksbrunn haben dicht gehalten und nichts verraten. Nun haben sie sichtlich Freude daran, wie ihr Vorsitzender noch etwas ungläubig zuhört, als Sina Reeder vom MDR THÜRINGEN Journal seine Verdienste aufzählt und ihm schließlich unter Beifall die Urkunde als "Thüringer des Monats" in die Hand drückt - verliehen von MDR THÜRINGEN und der Thüringer Ehrenamtsstiftung.


Nur so stark wie die Mannschaft
"Jetzt müsste ich wohl etwas sagen", meint der 83-jährige und räumt ein, dass er doch etwas gerührt sei. "Des Lobes war eine ganze Menge dabei, das habe ich gar nicht so verdient", sagt er, und fügt gleich an, dass er als Vereinschef immer nur so stark sei wie die Mannschaft - und "das läuft bei uns einigermaßen". Das ist reichlich untertrieben, und deshalb sorgen einige andere für Lob. Gabriele Jungfer beispielsweise, Weinbergs Stellvertreterin im Verein, die ihn zur Auszeichnung vorgeschlagen hatte: "Er sitzt von Sonntag bis Sonntag immer hier oben, empfängt mit viel Freundlichkeit, Ausdauer und Geduld die Besucher. Damit hat er eigentlich diesen Altenstein wieder ins Bewusstsein gerückt."



Ein Park für alle Generationen
Eine Institution sei er geworden, berichtet Jungfer, so dass schon Gäste besorgt nachfragten, wenn er mal nicht dort sitzt. Der Altenstein, der Landschaftspark auf einem Zechsteinriff am südwestlichen Thüringer Wald, sei für ihn immer schon etwas Besonderes gewesen, sagt Horst Weinberg. Schon als Kinder hätten sie im Park gespielt, als junge Leute sich dort getroffen, später mit den eigenen Kindern oder den Eltern ihre Runden gedreht. Und selbst im Alter stelle man fest: Auch mit dem Rollator sei der Park auf den gepflegten Wegen bestens zu erkunden. Und so hat sich Horst Weinberg vor fast 30 Jahren leicht überzeugen lassen, den Förderverein Altenstein-Glücksbrunn mitzugründen und den Vorsitz zu übernehmen.


Schnell war ihm aber auch klar, dass es um mehr gehen müsste als um die Information der Besucher. Weinberg wollte auch praktisch etwas tun, um die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten zu unterstützen bei der großen Aufgabe, die teils schwer lädierten, teils verschollenen Park-Architekturen zu restaurieren oder zu erneuern.



Förderverein hilft Stiftung finanziell
"Ich habe immer gesagt: Wenn es mal Brei regnet, Fördermittel gibt, dann helfen wir, so dass die Stiftung wenigstens den Eigenanteil auf die Beine stellen kann", erzählt er. Die Löffel für einige Portionen Brei hat der Förderverein zur Verfügung gestellt, indem er fleißig Spenden sammelt in einer Box am Parkeingang, bei Führungen und Konzerten, bei besonderen Spendenaktionen. Erst vor wenigen Wochen hat der Verein 40.000 Euro für die Rekonstruktion der sogenannten Greifenbank überwiesen. Deshalb stimmt auch Susanne Rakowski von der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten ins Lob ein: Das Engagement des Fördervereins sei "sagenhaft".

Durch Herrn Weinberg und seine Hartnäckigkeit sind sicherlich viele Projekte vorangetrieben worden, die dank der Spendengelder, die wirklich in enormem Maße vom Förderverein kamen, auch nur verwirklicht oder schneller umgesetzt werden konnten.
Susanne Rakowski, Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten

Vom Geheimtipp zum Ausflugsziel mit bundesweiter Ausstrahlung
In diesem Jahr hat es der Landschaftspark Altenstein am Rand des Thüringer Waldes vom Geheimtipp zum Ausflugsziel mit bundesweiter Ausstrahlung geschafft. Als Außenstandort der Bundesgartenschau zieht er deutlich mehr Gäste als in den Vorjahren, etwa dreimal so viel, schätzt Horst Weinberg. Altenstein-Neulinge schickt er für einen ersten Eindruck von den Schönheiten auf den Bonifatiusfelsen, von wo aus Innenpark und Teppichbeet aus der Vogelperspektive vor den Besuchern liegen. Das Besondere an diesem Außenstandort: es musste kaum etwas extra vorbereitet werden. „Wir haben eigentlich jedes Jahr Buga“, meint Horst Weinberg verschmitzt. Denn gepflegt präsentiert sich der Park immer, das Teppichbeet wird zweimal in der Saison frisch bepflanzt. Und dass immer wieder neue restaurierte Park-Juwelen entdeckt werden können, daran trägt der Förderverein mit seinem Vorsitzenden großen Anteil.

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