Andrea Zerull ist Thüringerin des Monats April

04.05.2015 12:43

Erfurterin leitet seit elf Jahren das Projekt der MENTOR-Leselernhelfer

Andrea Zerull liegt die Leseförderung für Kinder am Herzen. Foto: MDR

Andrea Zerull aus Erfurt ist unsere Thüringerin des Monats April. Sie ist seit elf Jahren Projektleiterin der MENTOR-Leselernhelfer beim Schutzbund der Senioren und Vorruheständler. „Kinder liegen mir schon immer am Herzen“, sagt die vierfache Mutter. Bildung sei für Kinder ganz wichtig, jeder sollte dazu Zugang haben. „Kinder sind unsere Zukunft, in die muss man doch investieren“, so Andrea Zerull.

Die Hausfrau hat sich in Jena zur Senior-Trainerin ausbilden lassen, um die anderen Leselernhelfer anleiten zu können. Etwa 30 sind es zur Zeit. Sie betreuen rund 100 Kinder an Erfurter Schulen. Andrea Zerull selbst hat derzeit fünf Lese-Patenkinder. Einmal in der Woche treffen sich die Helfer und die Kinder in der Schule, um für eine Stunde zu lesen oder auf spielerische Art und Weise den Sprachwortschatz zu erweitern. Lesen gehört für Andrea Zerull einfach zum Leben dazu. Beim Lesen eines Buches könnten die Gedanken schweifen. Das sei besser, als einen Film anzuschauen.

Andrea Zerull macht diese ehrenamtliche Tätigkeit viel Freude. Die Kinder sind dankbar und begrüßen ihre Lese-Lernhelfer jedes Mal herzlich.

Das MENTOR-Projekt arbeitet auch eng mit der Kinder- und Jugendbibliothek sowie der Stadtbibliothek Erfurt zusammen, damit auch Kinder, die sonst keinen Zugang zu Büchern haben, sich diese Welt erschließen können. Und einmal im Jahr gehen die MENTOR-Leselernhelfer mit den Kindern ins Puppentheater Waidspeicher zu einer Märchen-Aufführung. Zur Vorbereitung wird das Buch dazu gemeinsam gelesen. „Wir werden von den Kindern auch Lese-Omas genannt“, sagt Andrea Zerull, „und als Oma kann man auch mit einem Märchen kommen.

Der Schutzbund der Senioren und Vorruheständler Thüringen hat das MENTOR-Projekt im Jahr 2004 von Hannover nach Erfurt geholt. „Wir sind richtig stolz, dass wir es haben“, sagt die Landesvorsitzende des Schutzbundes, Barbara Schumann. Es sei ein richtiges Vorzeigeprojekt. Dabei hätten die Erfurter Schulen am Anfang gar kein Interesse gezeigt, weil sie die Lese-Lernhelfer als Konkurrenz für die Lehrer gesehen hatten. Als erste hat dann die Erfurter Johannesschule den Sinn des Projekts erkannt – bei den Kindern auf spielerische Art und ohne Leistungsdruck die Kompetenz für das Lesen und die Freude daran zu entwickeln. Heute ist das MENTOR-Projekt so beliebt, dass die Lese-Lernhelfer den Bedarf gar nicht mehr decken können. „Wenn Schule, Eltern und Lese-Lernhelfer zusammenarbeiten, etwas Besseres kann gar nicht passieren“, sagt Barbara Schumann.